Der Name TÜV ist eigentlich eine Abkürzung für Technischer Überwachungsverein und kennzeichnet eingetragene Vereine, die technische Sicherheitskontrollen auf privatwirtschaftlicher Basis durchführen. Hierzu zählen auch Sicherheitskontrollen, die durch Gesetze bzw. Anordnungen vorgeschrieben sind. In Deutschland sind die TÜV-Gesellschaften überwiegend in folgenden drei Holdings organisiert:
- TÜV-Süd,
- TÜV-Rheinland,
- TÜV-Nord,
Darüber hinaus gibt es auch die konzernunabhängigen TÜV Thüringen und TÜV Saarland. Alle TÜV-Gesellschaften haben wichtige Aufgaben in den Bereichen der Kfz-Überwachung, des Fahrerlaubniswesens und der Geräte- bzw. Produktsicherheit.
Gesellschaften, die „TÜV“ in ihrem Namen haben, gehören zu mind. 25,1 Prozent einem Technischen Überwachungsverein.
TÜV hat eine lange Geschichte hinter sich, die wir Ihnen kurz vorstellen möchten. Dampfkesselbesitzer haben in der Zeit der Industrialisierung unabhängige regionale Überwachungs-Organisationen gegründet. Dabei handelte es sich um Vereine, deren Ziel die Unfallverhütung war. Die erreichten Erfolge waren so groß, dass ab 1871 die Mitgliedschaft in solchen Vereinen von den staatlichen Inspektionen befreite. Das war deshalb wichtig, weil es bei den Dampfmaschinen immer häufiger zu Unfällen durch explodierende Dampfkessel kam.
Dank den vielen Erfolgen bei der Unfallverhütung im Bereich der Dampfmaschinen wurden diese Vereine später auch mit Sicherheitsprüfungen auf anderen technischen Gebieten beauftragt. Mit der Zeit wurden diese Vereine auch mit der Prüfung von Kraftfahrzeugen sowie der Führerscheinprüfung beauftragt.
Die Marke „TÜV“ ist, dank den vielen verschiedenen Prüforganisationen, sowie des VdTÜV eine sehr bekannte Marke geworden. Dabei handelt es sich um ein wertvolles Asset der TÜV-Prüforganisationen bzw. Gesellschaften. Die Bezeichnung „TÜV“ wird in der Umgangssprache häufig als Synonym für verschiedene technische Prüfungen verwendet. So bringt man beispielsweise sein Auto „zum TÜV“ auch wenn die Prüfung von einer anderen Organisation durchgeführt wird.
In der Umgangssprache wird ausserdem auch der Ausdruck „TÜV-geprüft“ verwendet und steht für ein Qualitätssiegel, der bei technischen Prüfungen durch eine TÜV-Gesellschaft vergeben wird. TÜV ist aber, wie bereits erwähnt eine geschützte Marke und somit kann TÜV-geprüft auch nur von einem Technischen Überwachungsverein oder einer Tochtergesellschaft verwendet werden. In der letzten Zeit wird dieser Qualitätssiegel (TÜV-geprüft) allerdings auch häufiger durch Fälschungen missbraucht.
TÜV genießt weltweit nicht nur ein sehr hohes Bekanntheitsgrad sondern auch ein hohes Ansehen bezüglich Neutralität und Sachkunde. Wenn Forderungen nach Kontrolle und Transparenz auftreten, dann wird der Bedeutungsgehalt der TÜV Marke auf vielen verschiedenen gesellschaftlichen Problemfeldern angewendet wie beispielsweise folgende:
- Schul-TÜV,
- Politiker-TÜV,
- Alkohol-TÜV,
- Eltern-TÜV,
- Gebäude-TÜV,
- Ärzte-TÜV,
Ob ein solches Markenmissbrauch zugelassen wird oder nicht, darüber entscheiden immer die TÜV-Gesellschaften. Häufig tritt die Bezeichnung „TÜV“ auch im Zusammenhang mit Bereichen auf, mit der er überhaupt nichts zu tun hat.
In der Geschichte der TÜV hat es viele erfolgreiche Fusionen gegeben. Eine Idee war zuvor auch, alle TÜV-Organisationen in eine Gruppe „TÜV Deutschland“ bzw. „TÜV-Europe“ zusammenzubringen. Diese Idee ist heute aber nicht mehr aktuell.
Für Fahrzeughalter haben die TÜV Organisationen bzw. Gesellschaften viele verschiedene Dienstleistungen zu bieten. Hierzu zählen beispielsweise:
- Fahrzeuguntersuchung stationär / mobil
- Führerschein
- Autoservices und Gutachten
- Homologation
- Fahrzeugtechnik und Luftfahrttechnik
- Verkehrstelematik, -beratung und Logistik
Die meisten Autobesitzer kommen spätestens mit einer TÜV-Gesellschaft bei der Führerscheinprüfung oder bei der technischen Prüfung des Fahrzeugs in Kontakt.
Weitere hilfreiche Informationen zum Thema TÜV finden Sie auf
Auto-wissen.org.