Möchte man sich ein neues oder genutztes Fahrzeug anschaffen, dann locken neben den Angeboten auf dem deutschen Markt auch die, in den europäischen Nachbarländern. Sollte man sich für den Kauf eines Fahrzeugs aus dem Ausland entscheiden, dann können im Einzelfall auch verschiedene Probleme auftreten. Um diesen Problemen zu entkommen oder um diese zu lösen, sollte man sich vor dem Kauf bestens über alle Details informieren. Im folgendem haben wir für Sie zu diesem Thema einige wichtige Informationen sowie einige Tipps & Tricks kurz zusammengestellt. Die von uns zusammengestellte Informationen gelten für Kfz-Importe aus den folgenden Ländern:
- Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und Zypern.
Würden Sie Ihren neuen Wagen gerne selbst im Ausland kaufen, dann müssen Sie mit Sicherheit auch den dortigen Händler kontaktieren. Wissen Sie bereits genau, welche Marke Sie sich kaufen möchten, dann können Sie auch die Händler über das Internet wesentlich schneller finden.
Der Kaufvertrag sollte immer den Preis, die Ausstattung sowie den Übergabetermin beinhalten. Darüber hinaus ist es auch sehr wichtig, dass darin der Begriff „Neuwagen“ auftritt. Sollten Sie die Sprache des jeweiligen Kauflandes nicht sprechen, dann könnte es sinnvoll sein, jemanden mit sich zu nehmen der für Sie alles übersetzen kann.
Wenn Sie Ihr neues Fahrzeug übernehmen, dann sollten Sie auch die im jeweiligen Land üblichen Fahrzeugpapiere sowie die Kaufrechnung im Original erhalten. Es ist wichtig, dass Sie alle Papiere im original besitzen, da die Zulassungsstellen keine Kopien akzeptieren können. Darüber hinaus ist es auch wichtig, dass Ihnen die EU-weit gültige Typgenehmigung COC (Certificate of Conformity) ausgehändigt wird.
Bei einem Import ist auch wichtig, die Fragen rund um die Garantie bereits vor dem Kauf abzuklären. Wichtig ist auch, dass die Garantie-Unterlagen vom jeweiligen Händler abgestempelt sind und mit Fahrgestellnummer des Kfz versehen sind. Die Garantie beginnt mit dem Tag der Übernahme des Kfz, es ist also wichtig, dass im Vertrag auch das genaue Datum eingetragen wird. Die Garantie muss auch dann gelten, wenn das Fahrzeug aus einem anderen Land gekauft wurde, aber bei den neusten Mitgliedern der EU ist es dennoch empfehlenswert, eine schriftliche Bestätigung darüber zu fordern. Sollten Sie dennoch Schwierigkeiten mit der Garantie bekommen, dann können Sie sich an die Kundendienstabteilung des jeweiligen Herstellers wenden.
Ist alles im Ausland abgeschlossen, dann bleibt nur noch die Überführung nach Deutschland sowie die Zulassung in Deutschland. Für die Überführung nach Deutschland eignet sich in den meisten Fällen das Überführungs- bzw. Ausfuhrkennzeichen des jeweiligen Landes. Ein solches Kennzeichen ist aber leider nicht in allen Ländern leicht bzw. problemlos zu erhalten. Eine einfache Alternative ist auch der Transport auf einem Anhänger, weil hierfür keine Zulassung erforderlich ist. Bei den Zulassungsstellen in Deutschland werden in der Regel folgende Unterlagen bzw. Papiere benötigt:
- Personalausweis oder Reisepass,
- Kfz-Haftpflichtversicherung, (Bestätigung)
- Kaufvertrag oder Kaufrechnung, (im Original)
- COC (EU-Typengenehmigung bzw. Certificate of Conformity)
- Einzugsermächtigung für die Kfz-Steuer,
- Umsatzsteuererklärung,
Haben Sie ein Neuwagen gekauft, dann müssen Sie innerhalb von 10 Tagen nach dem Kauf mit der Kaufrechnung im Original zum zuständigen Finanzamt gehen und die 19 prozentige MwSt. bezahlen. Diese Steuer wird aus dem Nettopreis des Kfz errechnet. Ein Fahrzeug gilt der EU-Definition entsprechend in folgendden Fällen als Neufahrzeug:
- es hat nicht mehr als 6.000 km zurückgelegt,
- seit der ersten Inbetriebnahme sind nicht mehr als 6 Monate vergangen,
Haben Sie alle vorgenannten Schritte hinter sich, dann ist der Import endlich abgeschlossen. Bis zu diesem Punkt müssen Sie aber, wie Sie es auch sehen konnten, auf mehrere wichtige Punkte achten um keine unangenehme Überaschungen sowie Probleme zu bekommen.
Wenn Sie die Preise von Neufahrzeugen miteinander vergleichen, dann achten Sie immer darauf, dass die Preise des ausländischen Händlers nicht immer für die gleiche Grundausstattung gelten als die der deutschen Händler. Die Typenbezeichnung bedeutet also nicht unbedingt auch, dass alle Grundausstattungen gleich sind. Am besten ist es immer, wenn man sich das zu kaufende Fahrzeug vor dem Kauf anschauen kann.
Durch einen Selbst-Import kann unter Umständen viel Geld gespart werden, aber man muss dabei auf alle Details genau achten um aus den Vorteilen keine Nachteile zu machen. Informieren Sie sich vor dem Kauf also über alle Aspekte des Kaufs. Achten Sie bei Ihren Kalkulationen immer auf die genaue Berechnung der Steuern und weiteren anfallenden Kosten.